Ich werde roh.

Ich werde roh. Wie das klingt. Das Wort „roh“ wird häufig mit „rau“ assoziiert, mit „grob“. Es hat einen Unterton, der an ein vorgefertigtes Bild von scheinbar primitiven Neanderthalern denken lässt: Rohe Gewalt. Roher Umgang. „Roh“ das klingt wie etwas Unfertiges. Wie etwas, das noch im Prozess ist. Rohmasse: Daraus wird noch etwas geformt. Es ist noch nicht. Lediglich nur die Ausgangsform, der Bestandteil. Rohstoff. Sicherlich kann man argumentieren, dass auch Rohmasse bereits alles ist was man aus ihr Formen kann. Wie eine Zelle beherbergt sie bereits alles, was sich theoretisch aus ihr bilden lässt. So ist der Asphalt bereits die Straße, die aus ihm besteht. Und die Sprünge und Schlaglöcher, die sich auf ihm bilden. Ist Gras welches durch diese kaputten, noch nicht einmal entstandenen Vorsprünge, wächst. Ist Regenwasser, welches diese Schlaglöcher füllt. Jeder Fußabdruck, der auf ihm geht. Jedes Auto, welches auf ihm fährt. Und bevor ich nun abschweife und ein harmonisches „Wir sind alle eins“-Summe und damit in einen zufriedenen Singsang verfalle, welcher mir selbst gar nicht gefällt, mache ich es kurz:

Ich werde Rohköstlerin.

Und hier mag ich nun gar nicht bewerten, wie es klingen mag oder was ein Jeder damit verbindet. Welche stereotypen Bilder nun in den verschiedenen Köpfen auftauchen mögen – oder welche Fragezeichen.

„Roh“ bedeutet jedenfalls für mich: Frisch, lebendig, voll von Energie. Denn wenn etwas „gekocht“ ist, dann ist es eine abgekochte Masse, ist tot. Ich ernähre mich – sozusagen – von „Lebendigem“.

(Auch wenn dann natürlich all die plötzlichen, selbsternannten „Pflanzenschützer“ mahnend den Zeigefinger erheben und sich um das Wohl und Leben der Pflanzen sorgen werden, diese „Und du tötest Tomaten!“-Leute, die auch dann immer auftauchen, wenn man von seinem Veganismus erzählt – und das obwohl diese „Was ist denn mit den armen Pflanzen?“-Fraktion selbst sogar unvegan lebt und gar nicht bemerkt, dass sie den Pflanzen, die ihnen urplötzlich so Leid tun, ja sogar noch mehr schaden. Also, wenn dieser Einwand von Frutariern kommt, dann ist das eine andere Sache, aber dieses „Was ist denn mit den armen Pflanzen du Mörderin? Höhö“ kommt ja eben in der Regel von Fleischessern, die sich witzig vorkommen, wenn man erzählt dass man sich vegan ernährt. Doof nur, dass man ihnen nahelegen kann sich dann doch einfach frutarisch zu ernähren, wenn ihnen die Pflanzen so Leid tun – Aber diese Debatte möchte ich hier jetzt gerade nicht führen).

Roh bedeutet für mich, dass man etwas isst, wie es kommt. Dass man etwas nicht großartig verarbeitet (wohl schmackhaft zubereitet, aber nicht ver-arbeitet). Es ist also nicht „unfertig“, sondern eben pur. So wie es ist. Nicht gekünstelt, nicht verschlimmbessert, nicht verfälscht, sondern natürlich so, wie es daherkommt.

Das Wort „roh“ drückt für mich daher keine Unvollkommenheit, sondern viel mehr eine Natürlichkeit aus. Unverfälschter Purismus.

Ja, ich bin nicht mehr nur Veganerin. Ich esse nicht mehr nur nichts, das von Tieren stammt oder unter Ausbeutung von Tieren entstanden ist, sondern nun auch nichts, das über 42°C erhitzt worden oder industriell verarbeitet worden ist. Ja, das mag für Außenstehende kurios klingen. Muss es aber nicht 🙂

Es ist nicht „kalt“, sondern hat die Temperatur, die der Körper am Besten aufnehmen kann.

Sagt die Rohköstler-Mutter zu ihrem Kind: „Kind, komm, dein Essen wird unter 42°C!“

Ich werde roh. Und ich habe Spaß daran!

Meinen Weg dahin und weitere Infos werden in diesem Blog folgen!

Gehabt euch wohl! ❤

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2 Gedanken zu “Ich werde roh.

  1. Oh ich freue mich wirklich, dass du jetzt einen Blog hast und dein Wissen über Rohkost mit uns teilen möchtest. Ich finde Rohkost nach wie vor DIE perfekte Ernährungsweise, aber ich kann es noch immer nicht so richtig umsetzten. Ich habe deinen Blog mal in meinem verlinkt. Hoffentlich kommen so mehr Leute : D
    Süße Grüße
    Alison

    • Vielen lieben Dank! ♥ Stresse dich nicht zu sehr mit der Rohkost. Wenn du erst einmal mehr Rohes in deinen Ernährungsplan integriest, ist das doch auch ein Schritt! 🙂

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